Kap. 4.5 | Wie erstelle ich eigene Schnittmuster?

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Schnittmuster selbst erstellen: So geht’s in 3 Schritten

schnittmuster erstellen so gehts

Um eigene Schnittmuster zu erstellen brauchst du:

– Bleistift
– Schnittmustermaterial, zB Backpapier
– Maßband
– Schere
– eine Vorlage

Schritt 1)
Vorlage finden

Suche ein ähnliches, gut sitzendes Bekleidungsstück oder nimm’ dir einen Grundschnitt, um dich an der Form zu orientieren.

Als Grundschnitt kann jedes Schnittmuster eines einzelnen, einfach gehaltenen Schnittteils dienen, unabhängig von der Größe. Wichtig ist, dass sich die Form gut rekonstruieren lässt.

Bei anderen Dingen wie Taschen, Kissen oä, deren Schnittteile überschaubar sind und bei denen es an einer Vorlage fehlt:
Male eine kleine Skizze für dich auf und trage die gewünschten, wichtigsten Maße ein.

Schritt 2)
Umriss: Schnittteile bestimmen und aufmalen

Schnittmuster erstellen-direktes AuflegenSchaue dir deine Vorlage gut an und bestimme die einzelnen Schnittteile.

Das geht am genauesten, wenn du die Bekleidungsvorlage auftrennst. Das möchte man selten.
Versuche das Bekleidungsstück so aufzulegen, dass dass du jede Naht so gut es geht entlangfahren kannst. An den Stellen, wo es schwierig ist, zB an Ärmeln, kannst du dich bei der Endform notfalls am Grundschnitt orientieren.

Behalte dabei stets die Unterschiede von Hinter- und Vorderteil im Auge. Die kannst du zur Hilfe hier nochmal gut sehen:

Kapuzenjacke nähen

Oberteil: Die Abweichung im Schnitt von Vorder- und Hinterteil

Kapuzenjacke nähen Vorderteil

Hose: Die Abweichung im Schnitt von Vorder- und Hinterteil

Umrande mit einem Stift auf deinem Schnittmustermaterial den Grundschnitt oder jedes Einzelteil des gut sitzenden Bekleidungsstücks, das du als Schnittteil später brauchst.

Wichtig: Lasse etwas Abstand für die Nahtzugabe (lieber mehr, d.h. 1-2cm)!

Schnitt abnehmen Schnittmustererstellung Hose auflegen

An Stellen, wo du dir beim Schnittverlauf unsicher bist, kannst du auch ruhig etwas großzügiger dazugeben, solange du den Schnittverlauf gleichmäßig auf die Mehrweite zulaufen lässt.

Nie vergessen: Wegschneiden kannst du später immer, hinzufügen nicht.

Du kannst auch direkt auf dem Stoff loslegen und den Schnitt direkt erstellen.
Wenn du bereits einigermaßen das Gefühl dafür hast, kannst du gar frei Hand der ungefähren Form vom Grundschnitt nach ausgehend aufzeichnen.

Falls du anderes als Kleidung nähst: Bestimme, welche Einzelteile du in welchen Maßen brauchst und skizziere sie ebenfalls. Übertrage diese den Maßen entsprechend frei Hand.




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Schritt 3)
Korrektur und Zuschnitt: Maße überprüfen und Schnittmuster zuschneiden

Falls du von der Schnittmuster-Vorlage/ dem Grundschnitt abweichst, nimm’ die Änderungen direkt auf deinem Schnittmuster vor.

Beispiel: Aus einer T-Shirt-Vorlage soll ein Kleid werden. Nach unten verlängern. Ärmelteile weglassen, Armausschnittnaht ein wenig weiter nach innen setzen. Nächstgrößere Größe? 2cm überall hinzugeben.

Schneide das Schnittmuster nun zu.


Tipps!
Fertige Schnittmuster kannst du probeweise zusammensetzen, zB je nach Material mit Stecknadeln, Malerband oä. So kannst du vor dem Übertragen des Schnittmusters auf den Stoff nochmal gut testen, ob alles stimmt. Je näher das Material des Schnittmusters am Stoff ist, desto näher ist es am Endergebnis.

kleid_1-2

Das Zusammensetzen hilft vor allem, wenn das räumliche Vorstellungsvermögen versagt. Wenn du beim Zusammennähen auf die unterschiedlichen Stoffseiten achten musst, aber nicht genau weißt, wie die Teile aneinandergefügt werden müssen, male oder markiere die eine Seite des Schnittmusters einfach farblich, um sie von der anderen abzuheben.

Alle Besonderheiten, die du nach dem Ausschneiden feststellst, kannst du auf dem Schnittmuster notieren. Sind es sehr viele Änderungen, empfiehlt sich, ein neues Schnittmuster anzufertigen. Gerade nach dem Zusammennähen fällt einem etwas auf, was man auf dem Schnittmuster notieren möchte.